Archiv Januar - Juli 2017

10. Juli 2017 public discourse mit Michael Kurzwelly

Wirklichkeitskonstruktion als angewandte Methode

Vortrag von Michael Kurzwelly, Künstler

Als soziales und politisches Kunstprojekt geht Nowa Amerika, mitbegründet durch den Künstler Michael Kurzwelly, innovative Wege. 2010 entstand es als eine neue Region auf der deutsch-polnischen Grenzregion mit ihrer eigenen Hauptstadt, eigenem Parlament, ihrer Universität und ihrer eigenen Sprache. Hauptstadt ist Slubfurt " zusammengeführt aus den Namen Slubice und Frankfurt /Oder. In Nowa Amerika verschwinden nicht nur die Grenzen zwischen Polen und Deutschland, der sogenannten Oder-Neiße-Grenze, sondern es entstehen neue Räume. Diese werden durch einerseits kreatives Denken und andererseits durch konkretes Handels erschaffen. Das Ziel dabei ist, eine neue Wirklichkeit zu konstruieren, in der Grenzen weniger von Bedeutung sind als gemeinsames Miteinander im Alltag und ein anderes Bewusstsein für die eigene Region bzw. Heimat. Dabei stellt sich die Frage, ob die durch Kunst geschaffenen Räume überhaupt das eigene Empfinden von Heimat beeinflussen kann. Auf welche Weise gestaltet Nowa Amerika damit zwischenmenschliche Beziehungen und nimmt dabei einen erheblichen Teil in der Entwicklung von Identitäten ein?

26. Juni 2017_open club in Zusammenarbeit mit Medienwerkstatt Berlin

MEDIENKUNST
Im Rahmen des open club lädt Sandra Becker und das Team der Medienwerkstatt zum Exkurs in den Produktionskontext von Medienkunst mit der Vorstellung Medienwerkstatt. Gleichzeitig freuen sie sich auf den Diskurs mit den Gästen zu gesamtgesellschaftlichen Aufgaben und die Schaffensprozesse in Zeiten der Digitalisierung.
* Sandra Becker, Videokünstlerin

Medienwerkstatt Berlin im
Kulturwerk des bbk berlin GmbH
Mariannenplatz 2
10997 Berlin
https://medienwerkstatt-berlin.jimdo.com/

19. Juni 2017_open club mit Said Bouftass

WORKSHOP
Phenomorphology of the Human Body
mit
Said Bouftass,
Prof. für Bildende Künste, Institut Nationale des Beaux-Arts de Tetouan,Morocco

im Rahmen des open club bietet der Künstler Said Bouftass seinen einmaligen Anatomie -Workshop im ARTS CLUB BERLIN an
und lädt die Gäste ein, neue Sicht und zugleich Verständnis der Körperfunktionen in Bezug zur eigenen Persönlichkeit zu gewinnen.


Weitere Informationen Phenomorphology of the Human Body

12. Juni 2017 public discourse mit Marina Naprushkina


„Gibt eine angewandte, politische Kunst?“ (Gespräch mit Marina Naprushkina, Künstlerin)

©M.Naprushkina_buero
©Büro für Antipropaganda, 2010

Muss man zwangsläufig das Feld der Kunst verlassen, wenn man politisch etwas bewegen möchte?
Gibt es in unserer Gesellschaft ein klar begrenztes Feld der Politik und ein Feld der Kunst?

Marina Naprushkina, geboren 1981 in Minsk (Belarus) ist bildende Künstlerin, Aktivistin und Autorin. 2007 gründete sie das Büro für Antipropaganda, ein Plattform für künstlerische und aktivistische Auseinandersetzung mit dem Thema der politischen Propaganda. Im Jahr 2013 initiierte Naprushkina die Initiative "Neue Nachbarschaft/Moabit" zur Unterstützung Geflüchteter, 2016 ein Bildungsprojekt im Beriech Kunst "Neue Nachbarschaft/Studio 26" für Menschen mit und ohne Fluchthintergrund.

Marina Naprushkina und die Initiative Neue Nachbarschaft Moabit wurden in diesem Jahr mit dem ECF Princess Margriet Award for Culture ausgezeichnet.

Links:
www.marina-naprushkina.de
www.neuenachbarschaft.de

Moderation von Florentine Zurek, Kunsthistorikerin

22. Mai 2017 public discourse mit Jörn J. Burmester

 public discourse  I  Jörn J. Burmester

Um die Fragestellung über Kunst und Ihre Wirksamkeit zu untersuchen, luden wir am Montag 22. Mai 2017 den Performancekünstler Jörn J. Burmester als Gast im Arts Club Berlin ein.

In der Präsentation "Performance zwischen Alltag und Kunst" erläuterte der Künstler anhand eigener Arbeiten und kuratorischer Projekte wie Performences als spontane oder sorgfältig strukturierte Begegnungen Wahrnehmung und Erleben von Künstler und Zuschauer verändern können.
Das Gespräch moderierte  Florentine Zurek/ Kunsthistorikerin.


15. Mai 2017 | open club | Freiheits- und Einheitsdenkmal "BÜRGER IN BEWEGUNG"

Auf Einladung des ARTS CLUBS BERLIN präsentierten Sebastian Letz und Johannes Milla gemeinsam mit Günter Jeschonnek das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal "BÜRGER IN BEWEGUNG" auf der Berliner Schlossfreiheit.

Nach längeren kontroversen Debatten über die parlamentarischen Vorgänge zur Realisierung des Freiheits- und Einheitsdenkmals „Bürger in Bewegung“ von Milla & Partner auf der Berliner Schlossfreiheit entschieden die beiden Regierungsfraktionen Mitte Februar 2017, sich an die die Bundestagsbeschlüsse von 2007 und 2008 sowie an die Entscheidung der unabhängigen Fachjury des internationalen Wettbewerbs zu halten. Das Freiheits- und Einheitsdenkmal wird gebaut und möglichst im Herbst 2019 eröffnet. Hohe Güter sind in der Bundesrepublik offene Wettbewerbe mit unabhängigen Fachjurys, die politikfern und aufgrund von eindeutigen Ausschreibungen so objektiv wie möglich entscheiden. Politik hat kein Recht dazu, diese bewährte Verfahrensweise in Frage zu stellen oder gar in ihren Hinterzimmern auszuhebeln. Dafür müssen sich Künstlerinnen und Künstler und ihre jeweiligen Vertretungen immer wieder einsetzen – unabhängig von persönlichen ästhetischen Vorlieben oder dem eigenen Geschmack. In diesem Gespräch mit den Kreativen von Milla & Partner soll über das Wechselverhältnis von politischen Auftraggebern und Künstlern am Beispiel des Freiheits- und Einheitsdenkmals „Bürger in Bewegung“ diskutiert werden.

Präsentation des Freiheits- und Einheitsdenkmals "BÜRGER IN BEWEGUNG"
Sebastian Letz / Architekt des Denkmals / Milla & Partner GmbH
Johannes Milla / CEO Milla & Partner GmbH

Austausch mit den Gästen
Moderation: Günter Jeschonnek

Milla & Partner GmbH
www.milla.de

mehr zum Thema | Artiketl von Günter Jeschonnek ...

24.04.2017 public discourse mit Heinrich Liman

 public discourse

im Rahmen des public discourse Programms startete der ARTS CLUB BERLIN
am 24. April 2017 mit der neuen Themenreihe
KUNST UND GESELLSCHAFT | ART AND SOCIETY
zwischen Fiktion und Realität |between fiction and reality,
kuratiert von Florentine Zurek, Kunsthistorikerin.

Der erste Block der Thermenreihe KUNST und GESELLSCHAFT beschäftigte sich mit den wissenschaftlichen und künstlerischen Positionen zum Thema "Kunst und ihre gesellschaftliche Wirksamkeit".
 
Kunst ist Leben, Leben ist Kunst | Art is Life, Life is Art
Vortrag von Heinrich Liman, Leiter /Director of the Fluxus + Museum in Potsdam
"Meine Kunst", sagte Wolf Vostell (1932-1998) einmal, "hat die Aufgabe, die Menschen gegen Krieg und Intoleranz zu erziehen." 50 Jahre nach der Fluxus-Bewegung fragen wir Heinrich Liman nach der Aufgabe der Kunst, ihren Regeln und ihrer Wirkungskraft.
Heinrich Liman hat als langjähriger Freund und Sammler von Wolf Vostell 2006 das Museum Fluxus + in Potsdam gegründet.
www.fluxus-plus.de

Moderation vo Florentine Zurek, Kunsthistorikerin, Kuratorin

31.01.2017_open club mit Tanja Langer

Im Vorlauf und Rahmen der Ausstellung „J’irai au paradis - Migration und Erinnerung“ („I’ll go to Paradise“ - Migration and Memory)

Waiting for Paradise - Verführungen vor Ort?
Vortrag und Lesung von Tanja Langer
www.tanjalanger.de

Die Ausstellung „J’irai au paradis“ bezieht sich auf ein Bild (bzw. Bilderserie) der brasilianischen Künstlerin Dalva Duarte, die in Frankreich in der Ardèche lebt, und die ihre Arbeit als Gast in der Gemeinschaftsausstellung im VBK präsentiert, an der die KünstlerInnen Ina Lindemann, POGO, Andrea Sunder-Plassmann,  Andrea Streit, Peter Moeller, Sabine Schneider und David Dibiah teilnehmen.
Die Ausstellung wird dann im Gegenzug Ende Mai in der Galerie „Moulinage“ in der Ardèche gezeigt.

Thema der Ausstellung ist weniger die akute Migration, Flucht, Völkerwanderung, als vielmehr ihre Tiefenwirkung, ihre Folgen für die einzelnen in ihrer Erinnerung, oder Realität sowie unterschiedliche Vorstellungen vom Paradies, die Menschen in Bewegung halten.

Was ist das Paradies für uns heute? In welche Paradiese brechen Menschen auf? Welche neuen Paradiese finden sie,
wenn sie angekommen sind? Und wie erinnern sie sich an die von ihnen verlassenen Welten?

Tanja Langer wird in ihrem Vortrag zunächst das Projekt der Ausstellung skizzieren. Dann wird sie sich einem besonderen Aspekt von Paradiesversprechungen widmen, denen nicht nur fliehende, sondern auch „ansässige“ Menschen, die in Zeiten massiven Umbruchs nach einer Orientierung suchen, ausgesetzt sind: den Heils- und Paradiesversprechen christlicher Fundamentalisten. Kommerziell organisierte Gruppierungen wie etwa die Evangelikalen greifen auch in Deutschland immer mehr um sich, sie schlagen vor den Flüchtlingsheimen auf, nicht anders als Salafisten oder andere Islamisten, um „Gestrandete“ in ihren Bann und ihre machtorientierten Maschinerien hineinzuziehen.

Mit essayistischen und erzählerischen Mitteln stellt die Schriftstellerin ihre Kenntnisse in einen gedanklichen Zusammenhang mit der Ausstellung „J’irai au paradis“.

Archiv | September - Dezember 2016

public discourse  | PROGRAMM

KUNST UND POLITIK  I  ART AND POLITICS
KünstlerInnen - Leben - Werk - Gesellschaft  I  artists - life - oeuvre - society

Auf politische Umwälzungen in Europa, wirtschaftliche Krisen, erstarkende Nationalismen, Migrationsbewegungen und ökologisch drängende Veränderungen reagieren KünstlerInnen weltweit mit neuen künstlerischen Strategien und Produktionsformen. Freiwilliges oder erzwungenes Nomadentum kreiert neue künstlerische Produktions- und Lebensweisen. Obwohl es in der deutschen Gesellschaft ein allgemeines Verständnis von künstlerischer Existenz und Arbeitsweise zu geben scheint, hat sich die Rolle der Kunstschaffenden und die Erwartungen sowohl öffentlicher Institutionen als auch marktwirtschaftlicher Interessensvertreter an Leistungen und Rechte von KünstlerInnen über Jahrhunderte immer wieder gewandelt. Die Frage nach dem künstlerischen Selbstverständnis und der gesellschaftlichen Positionierung von KünstlerInnen, die Hinterfragung der Wirkmächtigkeit künstlerischer Auftritte in der Öffentlichkeit, die Sinnhaftigkeit künstlerischen Tuns verbunden mit Verantwortung gesellschaftlichen Engagements wird von den Kulturschaffenden selbst und den kooperierenden KuratorInnen zunehmend der kritischen Prüfung unterzogen. Im Jahr des 175.Bestehens des Vereins Berliner Künstler thematisiert der ARTS CLUB BERLIN Fragen der aktuellen und historischen Lebens- und Arbeitsbedingungen von KünstlerInnen. Reflektiert und diskutiert werden kulturpolitische, sozio - kulturelle und politische Rahmenbedingungen für die künstlerische Produktion, Zukunft der Künstlerselbstverwaltung, Entwicklung alternativer Vermarktungsstrategien mit dem besonderen Fokus auf die Stadt Berlin.

12.12.2016_Stadtgespräch mit Dr.Sabine Meister und Jörgen Gloz

STADTGESPRÄCH/ Selbstverständnis – Selbstvermarktung – Selbstbehauptung
Jörgen Golz/Messeleiter Berliner Liste,
Dr. Sabine Meister, Kunsthistorikerin
Moderation: Catherine Bourdon

Diskutiert werden sollen die historischen und aktuellen Arbeitsbedingungen Bildender Künstler in Berlin. Unter welchen kulturpolitischen und marktwirtschaftlichen Rahmenbedingen haben die Künstler im 19. und 20 Jhdt. gearbeitet? Waren neben dem offiziellen Markt, dominiert durch kaiserliche Protektion und Akademie auch individuell gestaltete Vermarktungsstrategien durchsetzbar? Welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten kennzeichneten die Situation der Künstler und deren Produktion damals und welche Konditionen für auskömmliche Arbeit und Entwicklung des künstlerischen Potentials prägen die aktuelle Kulturszene der Stadt im 21.Jhdt? Welche Rolle spielen die Berliner Kunstmessen im Kontext internationaler Art Fairs, welche Hürden haben Newcomer zu nehmen, um neben den Gatekeepern des Kunstmarkts Alternativen zu entwickeln?

14.11.2016_public discourse mit Dr. Wolfgang Cortjaens

OSCAR BEGAS (1828–1883) und die Berliner Künstlerschaft. Eine Malerkarriere im Deutschen Kaiserreich.


Der Maler Oscar Begas, Spross der bedeutenden Berliner Künstlerdynastie, übernahm nach dem Tod seines Vaters und Lehrers Carl Joseph Begas d. Ä. dessen Atelier. In seinem Oeuvre verschmilzt die vom Vater ererbte preußisch-biedermeierliche Bildkultur mit dem heraufdämmernden Pathos und dem Repräsentationswillen der Gründerzeit. Gerade weil Begas als Künstler nicht die während seiner Jugend in ihn gesetzten Erwartungen erfüllte, lässt sich seine Karriere stellvertretend für die so vieler akademisch geprägter ’Modemaler’ seiner Generation lesen. Sein Aufstieg zum Porträtisten der gehobenen Gesellschaft (Politiker, Bankiers, Mitglieder der Hofgesellschaft) verdankte sich nicht zuletzt seinem Engagement in verschiedenen Berlinischen wie überregionalen Künstlervereinigungen. Diese boten ihren Mitgliedern Gelegenheit zum geselligen Austausch sowie zur Beteiligung an eigenen Ausstellungen abseits des akademischen Betriebs und der Galerien. Der Vortrag beleuchtet Begas´ Karriere vor dem Hintergrund seiner Mitgliedschaft im VBK (1871-1883) und seiner verschiedenen Funktionen in den Berliner Vereinigungen als Akademieprofessor und Förderer des  ‘Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen zu Berlin e.V.’ Das 175-jährige Bestehen des VBK, dessen Schriftführer Begas zeitweise war, ist willkommener Anlass, die Karriere und die Netzwerke dieses zu Unrecht vergessenen Malers neu zu beleuchten.

Dr. Wolfgang Cortjaens /Kunsthistoriker/ehemaliger stellv. Museumsleiter und Kustos am BEGAS HAUS - Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg


Einlass ab 19 Uhr
Beginn 19.30 Uhr


Sie/Ihr seid herzlich willkommen!
Es grüßt Sie/Euch das ACB Team


10.10.2016_public discourse mit Achim Freyer

Künstler Multimedial – Der besondere Ort – Das Kunsthaus Achim Freyer

Achim Freyer, Maler, Regisseur, Bühnenbildner, Sammler, Museumsleiter
„Botschaften der Künste sind unsere treuesten Weggefährten.“ Mit diesem Credo gründete der Maler, Regisseur und Bühnenbildner Achim Freyer (1934 in Berlin geboren, u.a. zweifacher documenta-Teilnehmer realisierte zahlreiche internationale Inszenierungen von Monteverdi bis Glass) die Achim Freyer Stiftung. Er eröffnete 2013 in einer denkmalgeschützten Villa in Berlin-Lichterfelde ein Kunsthaus, in welchem er nicht nur seine über Jahrzehnte gewachsene außergewöhnliche Sammlung internationaler Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, der Naiven Kunst und der Art Brut öffentlich zugänglich macht, sondern ambitionierte Ausstellungsprojekte und Veranstaltungen realisiert. Die dem Erhalt des eigenen bildnerischen Lebenswerkes und dem von Ilona Denecke-Freyer sowie der Förderung jüngerer Künstler verpflichtete Stiftungsarbeit trägt so das Bewahrenswerte in die Zukunft und verknüpft es mit aktuellen Botschaften und Weggefährten.

www.achimfreyer.com

19.09.16_Räume Neuer Medien mit Dr. S. Ziegenrücker

Neue Medien eröffnen Räume für Grenzgänge zwischen Realität und virtueller Welt. Fragen nach der Konstruktion medialer Räume und ihrer spezifischen Wahrnehmung sowie Präsentation werden in den Blick genommen - nicht ohne Bezugnahme auf kunsthistorische Wurzeln.

Dr. Sabine Ziegenrücker publiziert und entwickelt Ausstellungen zu Themen der zeitgenössischen Kunst. Sie arbeitet in der Nachwuchsförderung als Geschäftsführerin des Freundeskreis der UdK Berlin/Karl Hofer Gesellschaft und ist Vorstand der Bernhard-Heiliger-Stiftung.

 

ARCHIV | Januar - Juli 2016

Kunst und Politik  |  KünstlerInnen - Leben - Werk - Gesellschaft
public discourse  |  PROGRAMM

Die Künstlervereinigung Verein Berliner Künstler ist seit ihrer Gründung im Jahr 1841 eine Konstante im Kulturleben der Stadt. Als selbstverwaltete Künstlervereinigung hatte der VBK und die in ihm engagierten KünstlerInnen in diesen Jahrzehnten auf politische Umwälzungen zu reagieren, der sich ändernden Kulturpolitik in Berlin und der Entwicklung des Kunstmarktes mit eigenen Präsentations- und Vermarktungskonzepten zu begegnen.

Der VBK blickt im Jahr 2016 auf eine 175- jährige Geschichte zurück.

Das Jubiläum des Vereins Berliner Künstler (VBK) ist Anlass und Ausgangspunkt für den ARTS CLUB BERLIN im VBK , aktuelle Fragen der kulturpolitischen, sozio - kulturellen und politischen Rahmenbedingungen für künstlerische Produktion und des zeitgenössischen Verständnisses von KünstlerInnenidentitäten zu diskutieren.

Obwohl es in der deutschen Gesellschaft ein definiertes Bild des Künstlers im Allgemeinen zu geben scheint, hat sich die Rolle des Kunstschaffenden und die Erwartungen öffentlicher Institutionen wie marktwirtschaftlicher Interessensvertreter an Leistungen und Rechte von KünstlerInnen, besonders in den letzten Jahrzehnten, immer wieder gewandelt.

open club  I25. Juli 2016| mit Susanne Kessler



© S.Kessler | Installation „Mäander“ | 1550 x 950 x 950 cm  
Materialien: 7 Eisenringe, Bodenspiegel, unterschiedlichen Materialien
Ausstellungsort Dominohaus Reutlingen, Dominoart 2014


Begleitend zu der Ausstellung ARCHITEKTONISCH spricht Susanne Kessler über ihre künstlerische Arbeit und stellt, im Dezember 2015 erschienene Monografie "Framing Space" vor.

Kesslers Konstruktionen und visionäre Kreationen, irgendwo zwischen Architektur, Zeichnung, Skulptur und Installation liegend, integrieren künstlerische Entscheidungen mit Emotionen. Ihre dreidimensionalen Projekte von  Linie und  Form, werden zur räumlichen Erfahrung und erinnern an Träume und Rituale, an Märchen und Magie, an Kindheit und Vergangenheit in schwingenden Assoziationen. Dr. Martin Wälde:  Susanne Kessler in Indien und Pakistan

*Susanne Kessler (geb. 1955 in Wuppertal, lebt und arbeitet in Berlin und Rom und baut seit den frühen 1980er Jahren komplexe auf den Ort bezogene Installationen auf,  die in Innen- und Außenräumen für eine begrenzte Zeit mit Mensch und Umwelt kommunizieren. Bekannt wurde Kessler Ende der 1980er Jahre mit ihren Karussell- und Flügelkonstruktionen. Kesslers „Nomadenprojekte“ und ihre „Koffer-Installationen“ reisten um die ganze Welt. Die Arbeiten „Zelt“, „Survival Kit“, „Only to Vanish Once More“, und „Room of Evolution“ setzten Zeichen an Krisenorten.



Die präsentierte Monografie zeigt die wichtigsten Skulpturen und Installationen der letzten dreißig Jahre und bietet einen retrospektiven Blick auf Susanne Kesslers Werk. Achille Bonito Oliva verfasste einen kunsthistorischen Text, dem ein Gespräch zwischen Kessler und Bonito Oliva angefügt ist. Vincenzo Mazzarella und Johannes Nathan haben ihrer langjährigen Künstlerfreundin  eine Geschichte und einen Brief mit auf dem Weg gegeben.

Das Buch ist im DISTANZ Verlag Berlin erschienen und kann an dem Abend erworben werden.

Framing Space
English / Italian / German
Verlag: Distanz Verlag Berlin
Autoren: Achille Bonito Oliva, Johannes Nathan, Vincenzo Mazarella
ISBN: 978-3-95476-119-7
2015
Buch, Hardcover, 232 Seiten
39,95€

Susanne Kessler  |  www.susannekessler.de

13.Juni 2016, public discourse mit Tanja Ostojic

KünstlerInnenidentität, Präsenz feministischer Kunst und Genderverhalten auf dem Kunstmarkt 


* Tanja Ostojic ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin aus Serbien. Nach ihrem Studium in Belgrad und Nantes lebt sie heute in Berlin und arbeitet als Performancekünstlerin und Kulturaktivistin. Sie benutzt ihre Ausdrucksform um politische Kritik zu formulieren. Mittels ihrer Kunstprojekte, in denen sie sich als Figur in Performances selbst einbringt, untersucht sie Machtbeziehungen, die eng an gesellschaftliche Veränderungen gebunden sind.

misplacedwomen.wordpress.com
www.van.at/see/tanja/
www.scca.org.mk/capital/projects/tanja/
www.medienkunstnetz.de/werke/perspace/

23. Mai 2016 mit Vanessa Charlotte Heitland M.A.

Künstlerorte. Der Rückzug in die Idylle als Aufbruch zu neuen Wegen.
Vortrag und Diskussion mit
Vanessa Charlotte Heitland M.A., Kunsthistorikerin und Kuratorin,
Leiterin des Museums im Schloss Bad Pyrmont

Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden überall in Europa Künstlerkolonien in ländlichen, abgelegenen Orten, in denen Künstler in der freien Natur, fern der städtischen Zentren nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen und Lebensweisen suchten. Der Vortrag erörtert anhand verschiedener Beispiele die Beweggründe für dieses Phänomen und untersucht die sich dadurch entwickelnden Formen des Austauschs und der künstlerischen Produktion. Der Vortrag leistete eine wissenschaftliche Einführung zur Ausstellung SOMMERFRISCHE. Berliner Künstler in Schwalenberg 1870-1950/SOMMERFRISCHE _reloaded, die vom 23.6. – 25.09. in der Zitadelle Spandau gezeigt wird, und in der verschiedene Lebens und-Arbeitsformen in Künstlerdörfern und – kolonien dargestellt werden.

18. April 2016 mit Irmelin Nohal

DECEMBRISTEN
Künstler und Künstlerverein Dänemarks im 20. und 21.Jh.
Irmelin Nohal, Kuratorin, Künstlerin/DK

Eine Einführung in die Geschichte der Kunstvereine und Künstlergruppierungen in Dänemark. "Decembristerne" (Die Decembristen), die jetzt in der Galerie Verein Berliner Künstler mit einer Ausstellung zu Gast sind, repräsentieren eine der wichtigsten und ältesten Künstlergruppen Dänemarks. Über Kampf und Überlebensstrategien in unserer heutigen Zeit wurde erzählt.

 

07.03.2016_ soul of Europe mi Nele Hertling

MONTAG, 07.März 2016, 

Soul of Europe

Nele Hertling, Mitbegründerin von A Soul for Europe stellt die europaweit tätige Kulturinitiative vor.

Im November 2004 fand die erste "Berliner Konferenz" statt , erdacht und geplant von einer Gruppe Berliner Bürger. Aus der Konferenz, an der neben Persönlichkeiten aus Politik,  Wirtschaft, Kunst und  Kultur vor allem zahlreiche junge Europäer aus vielen Ländern teilnahmen, ging die Initiative " A Soul for Europe"  (" Europa eine Seele geben" ) hervor. Der Kern der Initiative ist die "Strategiegruppe" , zusammen gesetzt  vor allem aus  Vertretern einer jungen europäischen Generation, die in engem Kontakt zur lokalen, regionalen und europäischen Politik die Ziele der Initiative in unterschiedlichen Formaten voran treibt


15.02.2016 Die Unbeugsamen mit Lela Ahmadzai

Die Unbeugsamen
mit Lela Ahmadzai

Vier Frauen in Kabul – ihr Alltag, ihr Kampf, ihre Träume.

Das Auf und Ab der Frauenrechte in Afghanistan in den letzten 50 Jahren gleicht einer Fieberkurve: Vieles spricht dafür, dass der Abzug der internationalen Truppen seit 2014 wieder einen Wendepunkt auf dieser Kurve markiert. Das Multimedia-Projekt „Die Unbeugsamen“ begleitet vier Frauen aus der Hauptstadt Kabul in dieser kritischen Zeit. In ihren Lebensgeschichten steckt die jüngere Geschichte Afghanistans.

Die Situation der Afghaninnen ist ein Spiegel der radikalen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Land: Von den Sowjets zu Arbeitskräften ausgebildet, von Mujaheddin und Taliban im Namen der Ehre unter die Burka verbannt, unter dem Schutz der NATO wieder gefördert. Was kommt als Nächstes?

Lela Ahmadzai, Multimedia-Journalistin und Fotografin, lebt in Berlin
www.ahmadzai.eu
www.rbb-online.de

18. Januar 2016, 19.00 Uhr open club Gelingende Kunst-Unternehmens-Kooperation mit Prof. Dr. Carsten Baumgarth (HWR Berlin) und Prof. Dr. Berit Sandberg

Gelingende
Kunst-Unternehmens-Kooperation

Wenn Künstler/-innen mit Unternehmen zusammenarbeiten, um mit ihnen gemeinsam betriebliche Probleme anzugehen, kann das für die Beteiligten spannend, fruchtbar und finanziell interessant sein, aber auch steinig, frustrierend und wirkungslos.

In der Arts Club-Veranstaltung „Gelingende Kunst-Unternehmens-Kooperationen“ haben Prof. Dr. Carsten Baumgarth (HWR Berlin) und Prof. Dr. Berit Sandberg aufzeigt und mit den Gästen diskutiert, wie solche Kooperationen zu echten „Erfolgsgeschichten“ werden.

An diesem Abend wurde zum ersten Mal das „Handbuch Kunst-Unternehmens-Kooperationen“ vorgestellt, das 2016 im transcript-Verlag erscheint. Außerdem wurden drei gelungene Projekte von Künstlern präsentiert und somit ein Einblick in die Funktionsweise von Kooperationen gegeben:

  • Claudia Borowy (inszenio): Projekt „Act Leadership“
  • Philipp Geist (Lichtkünstler): Projekt „HVB Tower Projekt“
  • Jörg Reckhenrich (Künstler, Berater, Autor): Projekt „Kunst als Kapital – künstlerische Arbeit in Unternehmen“

Abgeschlossen wird die Arts Club-Veranstaltung mit einer Diskussionsrunde mit den drei Künstlern, mit Sabine Schneider (Vorsitzende des vbk) und den Gästen.

Archiv

September-Dezember 2015
Kunst in Europa - Unsichtbare Grenzen / Art in Europe - invisible borders

14.12.15_public discourse_Kunst als Strategie zur Veränderungen sozio-politischer Grenzen

mit Pilar Millan/ES, Vassiliea Stylianidou/GR und Gergely Laszlo/HU

Anhand der Beispiele kurzer Projektpräsentationen und einer abschließenden Erörterung möchten wir unser Wissen über Strategien von Künstlern erweitern, die Antworten auf Fragen der sozialen Veränderung finden möchten. Speziell in diesen schwierigen Zeiten ist es notwendig zu deuten, zu verstehen und wachzurufen. Beginnen wir mit den Bräuchen von Stimmen/Objekten und mythischen Versammlungen, gehen wir dann über zur Dokumentation von Videos,  Animationen und gefundenen Filmcollagen und schließen mit einem ausgesuchten Dialog und dem Bauen von  performativen Einrichtungen ab.

Die Vortragsreihe public discourse unter dem Thema „Unsichtbare Grenzen“, beschäftigt sich mit den gewohnten Ansichten
unserer augenscheinlichen Herkunft und mit unreflektierten kulturellen Standards.

Kurator der Vortragsreihe Art in Europe - invisible borders Andrzej Raszyk/berlinerpool

PILAR MILLAN

TEXTUM or weave, is a project that works with the theme of communication through words. In the myth it finds the metaphor of weaving words as the basis of language, and therefore the possibility of communication. A geographical itinerary provides the necessary sound and visual documentation for the project in the form of recordings. In the words of Chantal Maillard: “In Textum the word is established between the visual and the auditory. As Bartrihari understood it, there is no difference between sound and substance: forms are the visual manifestation of inaudible sound in all its tones. From there comes the idea of the creative word”*

www.pilarmillan.com

VASSILIEA STYLIANIDOU

Her works deal with the limits inherent in systems of order and discipline such as architecture, body, power, family and language. Especially in relation to language, she is interested in ways of using it which challenge and subvert its everyday use in an attempt to suggest new paradigms for knowledge and experience. In her video and installation work, she employs texts that take on a poetic form and enter into dialogue with contemporary political philosophy and the Lacanian theory of the unconscious, as well as with elements from current news items.

www.stylianidou.com

MARGARITA NOVIKOVA

The main topic of her work as a video artist is conflicts and contradictions and the thin verges where the conflicts originate. These are the conflicts between justice and injustice, usefulness and uselessness, male and female, eternity and vanity, sincerity and hypocrisy, clarity and formalism, stupidity and intelligence, etc.

margarita-novikova.wix.com/mnovikova

ARTS CLUB BERLIN cooperation

The series of talks curated by Andrzej Raszyk is organised on the invitation of Verein Berliner Künstler in cooperation with Berlinerpool Arts Network

30.11.15-_open club_Das Finanz(ierung)system Kunsthandeln mit Doris Koch

An dem Abend präsentierte unser Gast Doris Koch ihr Projekt unter dem Titel
Das Finanz(ierung)system Kunsthandeln┃Finance(-ing)-System Art-Dealing

Im Finanz(ierung)system Kunsthandeln greift Doris Koch Aspekte des globalen Finanzsystem auf, reflektiert und transformiert sie. Sind Genussscheine eine Währung? Wann führt das Kunsthandeln zum Wertverfall? Was sagt ein Performance-Index an? Doris Koch stellt Segmente ihrer komplexen
Work-in-Progess vor.

Doris Koch (Büro komPleX), Konzeptkünstlerin, Kulturwissenschaftlerin. Lebt in Berlin.



16. November 2015 | public discourse | PCFS (Post Kolonial Flagship Store) und Mario Asef mit dem Projekt Crossfade

Kunst in Europa - Unsichtbare Grenzen / Art in Europe - invisible borders
Erweiterung kulturell- historischer Grenze
mit Georg Klein / DE , Sven Kalden / DE , Mario Asef / AR
in Geschpräch mit Andrzej Raszyk / Berlinerpool

Ausgehend von der Frage nach der europäischen Kolonialgeschichte wurden die historischen Grundlagen des heutigen
europäischen Reichtums reflektiert. Eingeladen waren die Kuratoren Georg Klein und Sven Kalden von PCFS (Post Kolonial Flagship Store) und Mario Asef mit dem Projekt Crossfade, um den Blick auf kulturelle Grenzen durch geo-politische Kontextualisierung in der öffentlichen Wahrnehmung zu diskutieren.

•Das Ausstellungsprojekt Post Kolonial Flagship Store (PCFS) setzt sich mit Strukturen und Methoden eines neuen, ökonomischen Kolonialismus in der Welt aus- einander und lässt Arbeiten von 16 Künstlern in einer Warenwelt-Camouflage auftauchen. Was vor 100 Jahren der Kolonialwarenladen war, ist heute der globale Flagshipstore. Die im PCFS ausgestellten Objekte und Projekte spielen mit dem Warencharakter, drehen die Verhältnisse um oder verführen die Besucher mit modernen Formen des Kolonialen, um einen explizit post-kolonialen Raum entstehen zu lassen - einen Raum, in dem die vergangenen wie die heutigen Erscheinungs- formen des Kolonialismus ins Bewusstsein treten, um sie hinter sich zu lassen.
Austellung im freiraum INTERNATIONAL | MuseumsQuartier Wien, 3.10.2014-23.11.2014
Katalog: PCFS – Post Colonial Flagship Store Vienna, Georg Klein, Sven Kalden, 2014, ISBN 978-3-200-03796-0

•Die Videos, Fotografien, Collagen, Installationen und Interventionen von Mario Asef behandeln gesellschaftliche Diskurse. In der titelgebenden Videoarbeit „Crossfade“ setzt er sich mit der wechselseitigen Massenmigration zwischen Südamerika und Europa auseinander. Diese Migrationsbewegungen vollzogen sich seit Anfang des 16. Jahrhunderts sowohl bei den Menschen als auch in der Tierwelt.In sehr persönlichen, poetischen Bildern wird die Geschichte seiner Heimat zum Ausgangspunkt für historische und politische Fragestellungen, die aktuelle Themen wie Eroberung, Ein- und Auswanderung, Macht und Unterdrückung beinhalten und sich global lesen lassen.
Austellung im Kunstverein Junge Kunst e. V., Wolfsburg, 30.11.2012 – 26.1.2013
Katalog: Crossfade, Mario Asef, KERBER VERLAG, 2013, ISBN 978-3-86678-772-8

6. Oktober 2015 offener Künstlerclub mit David Dibiah

Schon mal Reis gegessen?
„Denk nach! Es ist mehr als Kunst!  Es geht um das,  was uns miteinander verbindet, und was uns das Leben und das Überleben ermöglicht - mit handwerklichen Kompetenzen und mehr!“

David Dibiah aus Nigeria, VBK Künstler, Performer, Fotograf und Kulturvermittler

Montag, 12. Oktober 2015 I public discourse mit Daniela Todorova

Kunst in Europa - Unsichtbare Grenzen / Art in Europe - invisible borders

Mit Daniela Todorova/ Bulgarian

Kuratorin des „SOFIA PAPER ART FEST“

Neue Strategien zu Entwicklung des grenzüberschreitendes Dialoges.
Im Gespräch mit Antonia Duende


*Daniela Todorova ist Bildende Künstlerin und  Art-Direktorin und Kuratorin des „SOFIA PAPER ART FEST“, welches mit dem EFFE Label für 2015-2016 ausgezeichnet wurde, stellt die Stiftung AMATERAS, und das von ihr initiierte „SOFIA PAPER ART FEST“ vor, so wie die Prioritäten bei der Strategie von Sofia für die Kultur 2013-2023 unter dem Motto „SOFIA – KREATIVE HAUPTSTADT"

28. September 2015 offener Künstlerclub / get together mit Christina Wendenburg



Der Kunstmarkt und seine "Spielarten" hinter den Kulissen und im Blickwechsel seiner Protagonisten
mit Christina Wendenburg, Autorin, Journalistin, Kunst- und Medienwissenschaftlerin, Portfolio Managerin
 
Unmittelbar nach der artweek und dem Kunstmessegeschehen in Berlin hat sich der internationale Kunstherbst mit seinen unzähligen Parallelmessen in Chicago und London bereits mit wichtigen Künstler-, Galerien und Kuratorenprogrammen schillernd präsentiert. Wir schauen gemeinsam auf meine persönlichen Empfehlungen und Entdeckungen. Nach über drei Dekaden, die ich bereits dieses internationale Geschehen mit Messen auf 3 Kontinenten im Zusammenspiel mit dem europäischen Markt aufzeigen. Ich beobachte, diskutiere auf der Messe sowohl mit Sammlern als auch Galeristen und Künstlern. Diese  Erfahrungen und biografische Erlebnisse zu beschreiben und für ein interessiertes Publikum wietgefächert zu skizzieren ist mir ein wichtiges Anliegen..

14.09.15_public discourse_Kunst in Polen

KUNST UND POLITIK | Kunst in Europa - Unsichtbare Grenzen / Art in Europe - invisible borders

Montag, 14 September 2015
Kunst in Polen
Grenzüberschreitend arbeiten

mit Dominik Lejman, Künstler/ Prof. Dr.hab. an der Universität der Künste in Poznan/Polen
im Gespräch mit Andrzej Raszyk, Literaturwissenschaftler, Kurator
und Paulina Olszewska, Kunsthistorikerin, Kuratorin

Die Grenze im Kontext der Kunst und der künstlerischen Praxis. Was war die Grenze in der Kunst vor und nach 1989? Welche Grenzen existieren heute für die Künstler. Wir schauen auch auf die jüngere Generation undauf ihre Erfahrung in der Annäherung an die „Grenzenlosigkeit“ der zeitgenössischen Welt.

Archiv

Januar -Juli 2015

13.07.15_public discourse_Europäische Kulturförderung

13. Juli 2015
public discourse
Ein internationales Forum für Künstler_innen, Kurator_innen und Kulturschaffende

KUNST UND POLITIK  I  ART AND POLITICS
Kunst in Europa grenzenlos  I  borderless art in europe




Europäische Kulturförderung
touring artists | Onlineportal und Beratungsservice zu Gast beim Arts Club Berlin (ACB) im Verein Berliner Künstler (VBK)
 
Mit Christine Heemsoth, Thomas Weis (IGBK Berlin) und Alicja Adamczyk (SMartDe Netzwerk für Kreative e.V.)
 
Mobilität ist ein zentraler Aspekt künstlerischer Praxis. In der Realisierung grenzüberschreitender Ausstellungsprojekte oder bei Arbeitsaufenthalten im Ausland besteht großer Informationsbedarf zu praktischen Fragen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU-Grenzen.
 
Das Informationsportal www.touring-artists.info bietet international mobilen Künstler/innen der Sparten Bildende Kunst und Darstellende Kunst einen fundierten Einstieg in die Themen Steuern, Zoll/Transport, Sozialversicherung, Urheberrecht, Versicherungen, Visa/Aufenthalt und Förderung.
Im Rahmen des touring artists Beratungsangebots haben Künstler/innen und Kulturschaffende darüber hinaus die Möglichkeit, Einzelberatungen zu internationalen Projekten und Arbeitsaufenthalten in Anspruch zu nehmen.
 
Im Arts Club Berlin werden beide Angebote ausführlich präsentiert. Vertiefend wird der Aspekt Förderung internationaler Projekte thematisiert.
 
touring artists ist ein Projekt der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) und des Internationalen Theaterinstituts (ITI) Zentrum Deutschland, initiiert und gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).
Das touring artists Beratungsangebot ist eine Kooperation der IGBK und des ITI mit SMartDe - Netzwerk für Kreative e.V.,
gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

15.06.15_public discourse mit TRAFFIC

15. Juni 2015
public discourse

KUNST UND POLITIK  I  ART AND POLITICS
Kunst in Europa grenzenlos  I  borderless art in europe

Künstler in transnationalen Projekten
TRAFFIC – Europäische Künstlerkooperation | Ein Projekt, das mit dem Ziel, eine neue europaweite Dynamik in der zeitgenössischen Kunst zu generieren, Ausstellungen und Events organisiert.

Am Montag den 15. Juni 2015 trat Frederik Vergaert (BE), Leiter von Lokaal 01, Antwerpen, in Dialog mit Kulturmanagerin Frederiek Weda (NL) zur mobilen Autonomie, KünstlerInnen in transnationalen Projekten und den Nutzen des Netzwerkes. Der Ausgangspunkt des Gesprächs war TRAFFIC, ein internationales Kooperationsprojekt von Lokaal 01 „mit dem Ziel eine neue, trans-europäische Dynamik in zeitgenössischer Kunst zu generieren“.

 

1.06.2015 opn club mit Herbert Ernst und Ralf Gründer

1. Juni 2015 | offener Künstlerclub / get together

NEUERSCHEINUNG
BUCHVORSTELLUNG

Niemand hat die Absicht …
Screenshot-Fotografie aus der Kameraarbeit von Herbert Ernst.
Gedreht in den Jahren 1961 und 1962 im geteilten Berlin
Eine Dokumentation von Ralf Gründer

Bis heute ist in der Berliner Historikerlandschaft völlig unbekannt, wer die Personen waren, die für die Berliner Öffentlichkeit
den Aufbau der sowjetzonalen Sperranlagen, die Errichtung  der ersten Teilstücke der Berliner Mauer, die berühmten Fluchtsequenzen und andere Ereignisse entlang der Berliner Sektorengrenze und Demarkationslinie gefilmt haben. Herbert Ernst war einer von ihnen, und seine Aufnahmen aus den Jahren 1961 und 1962 gehen heute, 50 Jahre später, immer noch um die Welt.

weitere Informationen zum Buch und Author

18. Mai 2015 public discourse mit Saverio Tonoli

18. Mai 2015
public discourse Programm

Künstler als Grenzgänger  –  Leben mit den Wurzeln 
mit Saverio Tonoli Adamo /Italien, Maler und Fotograf, lebt in Berlin.
Im Gespräch mit Wolfgang Siano/ Kunsthistoriker

Zimmer I – Gegründet im Raum
In Zusammenarbeit mit der Performerin Zoe Goldstein.


Das ‚Zimmer’ rekonstruiert die Darstellung eines Wohnraums auf einer griechischen Vase. Eine Figur mit einer permanenten, der Zeit enthobenen Erektion steht einem monochromen Bild gegenüber, und beide zusammen erhellen den Raum, bringen ihn hervor. Die Figur vergegenwärtigt den griechischen Gott Hermes – sein römischer Nachfolger ist Merkur - : in seiner androgynen Gestalt ebenso wie als Herr der Winde eine Verkörperung der Koexistenz von Gegensätzen.

"Ich habe mich von diesem Vorbild aus der europäischen alchimistischen Tradition zu einer freien Übertragung seiner symbolischen Gehalte auf unsere heutige Erfahrungswelt anregen lassen. Ich werde den Raum im Raum durch eine stille Live-Performance wiederherstellen, die während des Künstlergesprächs stattfinden wird, so dass das Publikum zum Bestandteil des bildlichen Geschehens wird."

*Severio Tonoli Adamo wurde 1984 In Lucca, Italien geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Malerei an der Brera-Akademie in Mailand. 2012 Einladung zu einem New York-Aufenthalt durch Prof. Rainer Crone, New York. 2010, 2011 und 2013 nahm er, auf Einladung von Progetto Diogene in Turin an workshops von Gian Antonio Gilli, Roberto Cuoghi und Giovanni Morbin teil. cargocollective.com/fotowork. Mehr Informationen über den Künstler Severio Tonoli Adamo

27.04.2015 public discourse mit Asteris Kutulas

MONTAG, 27. April 2015, 19 Uhr
public discourse Programm

KUNST UND POLITIK  I  ART AND POLITICS
Kunst in Europa grenzenlos  I  borderless art in europe
Europa ist im Werden. Europa ist kein fester Zustand. Europa setzt Phantasien frei.

Künstler als Grenzgänger  –  Leben mit den Wurzeln 
LEBEN zwischen KUNST und KOMMERZ  |  zwischen
GRIECHENLAND und DEUTSCHLAND

mit
Asteris Kutulas, Event- und Musikproduzent, Filmemacher und Autor

Der in Berlin ansässige griechische Künstler und Produzent Asteris Kutulas
spricht über seine "Transzendentale Obdachlosigkeit":
geboren 1960 in einem Schloß des Fürsten Dracula an der rumänisch-ungarischen Grenze als Sohn griechischer Bürgerkriegsflüchtlinge, dessen Vater vom Ceausescu-Regime 1968 wegen seiner Moskautreue ausgewiesen wurde und zusammen mit seiner Familie in der DDR ein neues Asyl bekam;
besuchte die legendäre Kreuzschule in Dresden, die zur evangelischen Kirche gehörte und als Instanz eigener Art durch den in ihr "beheimateten" Kreuzchor den Schülern eine vier Jahre währendes Oberstufen-Leben mit der Musik von Johann Sebastian Bach ermöglichte;
konnte 1975 als Vierzehnjähriger zum ersten Mal in seine Heimat Griechenland fahren, wo ihm seine "Transzendentale Obdachlosigkeit" bewusst wurde;
studierte Germanistik und Geschichte der Philosophie bei Claus Träger und Helmut Seidel an der Karl-Marx-Universität-Leipzig und lernte bei ihnen, dass von der Warte des Weltgeistes aus gesehen, alles relativ sei;
berauschte sich in den 80ern an der griechischen Kultur und pflegte mit Jannis Ritsos, Mikis Theodorakis und Odysseas Elytis eine ausdauernd-assoziative Kommunikation;
verliebte sich 1983 in die deutsche Künstlerin Ina Schildhauer, die seine Frau wurde und mit der er seitdem ein Gesamtkunstwerk-Leben führt;
publizierte von 1987 bis zum Mauerfall die unabhängige Zeitschriftenreihe "Bizarre Städte", in der es um das bizarr-anarchistische Leben in der DDR ging;
organisierte – wie im Rausch – in den 90ern mehr als 100 Konzerte in der ganzen Welt mit Mikis Theodorakis (Lieder, Sinfonik, Ballett, Oper) sowie etliche CD-Projekte;
produzierte zwischen 1999 und 2010 mehr als 40 Events für den Regisseur und Licht-Architekten Gert Hof – und scheute sich nicht, u.a. auch für die chinesische Regierung (Peking), Donald Trump (Atlantic City), Wladimir Putin (Roter Platz in Moskau), den Sultan von Oman (Muscat) oder die griechische Regierung (Akropolis, Athen) zu arbeiten;
ließ sich – an sich selbst zweifelnd – von 2010 bis 2014 auf die abenteuerliche Tätigkeit als Executiv-Producer und Dramaturg für die Family-Entertainment-Pferde-Show "Apassionata" ein;

 … sein eigentliches Leben aber, das er lange Zeit nur punktuell führen konnte, ist das des Autors und Filmemachers. Als dieser sind seine bisher für ihn wichtigsten Stationen die Filme "Mikis Theodorakis. Komponist", "Recycling Medea", "Dance Fight Love Die", von denen letzterer gerade im Entstehen ist, also unter den anhaltenden Bedingungen der "Transzendentalen Obdachlosigkeit" und der zugleich wundersamen Erfahrung eines jetzt eigentlichen Lebens.

 

13.04.15 open club mit Prof.grad. Des Michael Schulze

MONTAG; 13. April 2015
offener Künstler club

Wissenschaft und Kunst - ein ungleiches Paar? 
Vortrag von Prof.grad. Des Michael Schulze, RTHW Aachen; Künstler 


© M.Schulze

"Die Wahrheit der Kunst verhindert, dass die Wissenschaft unmenschlich wird, und die Wahrheit der Wissenschaften verhindert, dass die Kunst sich lächerlich macht." (Raymond Chandler)

Kunst und Wissenschaft verbindet eines gemeinsam: Sie leben von der Kreativität. Doch sind sie einander deshalb auch ähnlich? Wissenschaft und Kunst folgen ganz unterschiedlichen Regeln und unterschiedlichen Zielen. Künstler werfen Fragen auf, schulden uns aber keine Antworten. Wissenschaft dagegen soll und muss Fragen beantworten.

Dennoch scheint die Faszination, die Wissenschaft und Kunst füreinander empfinden, ungebrochen. Aber wie ist ihr Verhältnis zueinander? Welche Ziele verfolgen Wissenschaftler und Künstler mit ihrer Arbeit und wo liegen die Unterschiede oder gar Schnittstellen?

So individualistisch und autonom die Methoden und Produkte der Kunst sein mögen: Die Wissenschaft bedarf durchaus auch der Radikalität künstlerischer Methoden, um gegenwärtige und zukünftige Probleme zu lösen, denn beide Bereiche hören nicht auf, die Spaltung nicht nur als Gewinn an Autonomie, sondern auch als Verlust zu empfinden: von Seiten der Kunst als Verzicht auf „Verantwortlichkeit und Leben“ und von Seiten der Wissenschaft als Preisgabe von „Freiheit und Spiel“.

 

23. 03. 2015 public discourse mit Fred Dewey/ USA

MONTAG; 23. März 2015
public discourse

Im Rahmen des public discourse des ACB zweite Veranstaltung zu der Themenreihe

KUNST UND POLITIK  I  ART AND POLITICS
Kunst in Europa grenzenlos  I  borderless art in europe

Europa ist im Werden. Europa ist kein fester Zustand. Europa setzt Phantasien frei.


Das föderale Prinzip Europas - in Gefahr? 
Europe's Federal Principle - In Danger?


Fred Dewey/ USA,
Schriftsteller, Verleger, Kulturaktivist. Lebt in LA und Berlin.
Im Gespräch mit Julia Martha Müller/ Kunsthistorikerin, Politikwissenschaftlerin 

 

23.02. 2015 public discourse mit Hans-Peter Riese im Gespräch mit Sabine Rau

MONTAG, 23. Februar 2015

NACH der WENDE ist VOR der WENDE
OST und WEST und die KUNST

Hans-Peter Riese im Gespräch mit Sabine Rau

Anlässlich der Reihe Kunst und Politik unter dem Schwerpunktthema  Kunst in Europa grenzenlos. Europa ist im Werden wurden an diesem Abend unter anderem die Frage des historischen Selbstverständnisses osteuropäischer Künstler als Künstler in Europa reflektiert.

Hans-Peter Riese, Autor, Kunsthistoriker, Kulturjournalist und Kunstkritiker hat lange als WDR-Korrespondent in Osteuropa gearbeitet und hunderte Kunstobjekte zusammengetragen. Im Gespräch mit Sabine Rau erzählt er über seine Zeit in Prag (bis 1973)  und Moskau (1985-1991) über Begegnungen mit Künstlern und Kunst dieser Länder und die russische und tschechische konstruktivistische Avantgarde.

Sabine Rau, als Auslandskorrespondentin für den WDR in Brüssel tätig, seit 2006 ARD Hauptstadtkorrespondentin in Berlin
und Moderatorin, begleitet, berichtet und kommentiert die deutsche Politik im internationalen Kontext.
Sie zählt zu den erfahrensten Journalistinnen der ARD.

9. 02. 2015 offener Künstlerclub mit Falk Richwien

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MONTAG, 9. Februar 2015
offener Künstlerclub / get together

Präsentation des Kunstprojektes
Die Schönheit der Kommunikation

von Falk Richwien mit Johanna Frohberg

Foto: © Chiara Dazi

Im Fokus des Gesprächs stehen die Kunst als Kommunikations-Vehikel, als Medium der Reise nach Innen, Draußen, zum Anderen hin und im Kreis. Anhand von Falk Richwiens Multidata-Code-Installationen, welche Ölbilder mit dem Internet verbinden, Malerei mit Film und den für alle sichtbaren Raum mit dem persönlichen Minimildschirm des Smartphones verknüpft, soll u.A. die Frage diskutiert werden: Wo ist die Kunst? Was spricht uns an? Was stößt uns ab und unberhaupt: Was wollen wir hier? Was richten wir aus mit unserer Kunst? Selbstbestätigung? Herausforderung? Ein Geheimnis?
Etwas, das höher steht, als wir selbst? Oder auch nur Unterhaltung für einen Abend?

Falk Richwien
ist seit 1985 in Berlin als bildender Künstler, Autor und Filmemacher tätig. In den Jahren 1997 bis 2003 leitete und kurartierte er Ausstellungen und Projekte in Zusammenarbeit mit der Neuen Akademie für Kunst und Technik. 2006 verursachte er einen Skandal durch die öffentliche Schlachtung zweier Kaninchen.Künstlerische Schwerpunkte Richwiens sind seit 2005 die Informelle Malerei sowie Interaktive Installationen und Kunstaktionen, die den Betrachter in das Werk einbeziehen. Näheres unter www.falkrichwien.de
Johanna Frohberg
studierte an der Kunsthochschule Escuela Nacional de las Bellas Artes “San Alejandro” in Havanna, Kuba, Bildhauerei sowie Philosophie und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben ihrer Tätigkeit als freie Bildhauerin arbeitet Frohberg seit ca. 2012 an Text-Bild-Projekten, die die Grenze zwischen Text und Bild, öffentlichem Raum und privater Notiz, Irritation und Information überschreiten. Näheres unter www.urbar.net

12. 01. 2015 | offener Künstlerclub mit Detlef Suske

MONTAG , 12. Janunar 2015
offener Künstlerclub / get together

Präsentation des Buches „ Antiken der Zukunft“
von Detlef Suske, Fotograf. VBK Künstler
Gast Roman Pliske /Verleger des mdv, Mitteldeutscher Verlag GmbH

Der Autor setzt sich mit dem von Menschen geprägten Lebensraum auseinander. Seine Fotografien, nachts in ganz Europa entstanden, zeigen menschenleere Schauplätze und wenden sich der Frage zu „Was macht die Architektur mit dem Menschen?“

public discourseSeptember-Dezember 2014

KUNST UND POLITIK / ART AND POLITICS | worth & value in public discourse

PROGRAMM: September-Dezember 2014

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PROGRAMM: September-Dezember 2014
public discourse
KUNST UND POLITIK / ART AND POLITICS
worth & value in public discourse

Wertvorstellungen haben sich in den letzten Jahren im Kunstbetrieb zunehmend verändert. Es ist üblich geworden, unentgeltlich zu arbeiten, sobald Projekte eigenen Gestaltungsspielraum, Vergnügen und Prestige versprechen, denn freie KulturproduzentInnen streben nach Unabhängigkeit und maximaler Selbstbestimmung. Doch wenn materielle Sicherheit nicht mehr mit symbolischem Kapital konkurrieren kann, wovon leben Kunstschaffende dann eigentlich? Wie wirken sich diese Arbeitsbedingungen auf künstlerische, kuratorische und kunstkritische Praxis aus? Wann wird das Versprechen der persönlichen Verwirklichung zum blendenden Slogan und wieviel Solidarisierung ist bei unbegrenzter Individualisierung konkret möglich und nötig?

Die Veranstaltungsreihe worth & value in public discourse beleuchtet in diesem Zusammenhang unterschiedliche Themenfelder: Über Unternehmensmacht und -verantwortung, das ökonomische Prinzip der (Wieder-)Verwertung sowie das Verhältnis von Kunstkritik und Kuration diskutieren KünstlerInnen, KuratorInnen, PolitikwissenschaftlerInnen und PolitikerInnen, die selbst an den Entstehungsbedingungen der Kunstproduktion beteiligt sind – und etwas an diesen verändern könnten.

Organisiert von Frederiek Weda, Kristina Hinrichsen und Julia Martha Müller
Kurzbiografien

 

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Montag, 01. Dezember 2014 | public discourse

Montag, 01. Dezember 2014
public discourse

KUNST UND POLITIK / ART AND POLITICS worth & value in public discourse

It's All in the Game

mit Manuel Wischnewski, Lukas Töpfer, Melissa Steckbauer, Julian Malte Schindele

Der letzte Programmpunkt im Rahmen der vierteiligen Reihe worth & value in public discourse rekapitulierte zuvor Besprochenes rekapitulieren undbrachte  auf den Punkt: An einem Tisch saßen unterschiedliche ProtagonistInnen, Mitwirkende und EntscheidungsträgerInnen der Berliner Kunstszene, die zentrale Fragen zur derzeitigen Wertproduktion Kulturschaffender in Berlin verhandeln: Ist zuviel individuelles Engagement für die Allgemeinheit noch nützlich? Kann Vernetzung zu mehr als symbolischen oder ökonomischen Verbindungen führen? Wäre eine Genossenschaft für Honorartätige tatsächlich möglich? Was tragen Staat, Wirtschaft, private Initiativen und BürgerInnen zur Kulturlandschaft Berlins bei? Und schließlich: Wer profitiert letztendlich davon?

Manuel Wischnewski ,*1984, ist als Kurator, Texter und kultureller Produzent tätig, er lebt und arbeitet in Berlin. Wischnewski ist der Gründungsdirektor von Neue Berliner Räume, einer in Berlin ansässigen kuratorischen Initiative, sowie eines der Gründungsmitglieder der Ausstellungsinitiative Secondary Narratives. Seine kuratorische Arbeit umfasst Projekte für: Digital Art and Sound Weekend/transmediale 2011; Picture Berlin 2014 sowie Kollaborationen mit C/O Berlin und dem Hermann von Helmholtz Zentrum für Kulturtechnik (Humboldt Universität zu Berlin).

Lukas Töpfer, *1988, arbeitet als Kurator in Berlin. Er organisierte u.a. die Ausstellungen „Das Übrige. Der Rest eines Vorschlags” (KW Institute for Contemporary Art, Berlin 2014), „The Missing, or: One thing next to another” (Kunstsaele, Berlin 2014), „One place next to another” (Winzavod Center for Contemporary Art, Moskau 2014) und den laufenden Zyklus „Der Rückzug der Dinge“ (KW Institute for Contemporary Art, Berlin 2014/15). Er gehört zu den Mitbegründern von “Secondary Narratives”.

Melissa Steckbauer lebt und arbeitet in Berlin. Steckbauer ist bildende Künstlerin und Gründungsdirektorin der experimentellen Plattform The Wand in Berlin, Gründungsmitglied von Secondary Narratives, und freie Autorin für Berlin Art Link. Ihre Arbeit wurde präsentiert u.a. im Castello di Rivoli—Museum of Contemporary Art, Rivoli; KW, Institute for Contemporary Art, Berlin; Le Salon Du Dessin, Paris; Western Exhibitions, Chicago; District, Berlin; and Hasted Kraeutler, New York.

Julian Malte Schindele, *1984, freier Kurator und Gründungsmitglied von Bublitz und Secondary Narratives

Montag, 17. November 2014 | public discourse

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Montag, 17. November 2014
public discourse
Ein internationales Forum für Künstler_innen, Kurator_innen und Kulturschaffende

A Critical Dilemma
mit Clare Mooloy
und Dr. Jörn Schafaff

Als Kunstschaffender sieht man sich – wie im Titel der Veranstaltungsreihe,worth & value in public discourse, angedeutet – unausweichlich dem Dilemma ausgesetzt, immer einem bestimmten Gesetzen und Gewohnheiten gehorchenden Kultursystem anzugehören, sobald man sich beteiligt: Selbst für den Fall, dass das Modell und die ihm innewohnenden Prinzipien kritisiert werden, steht man doch stets auch in einem bestimmten marktwirtschaftlichen und kommunikativen Verhältnis zu diesem. Aktuell ist zu verfolgen, dass KünstlerInnen wie KuratorInnen sich zunehmend zu KleinunternehmerInnen entwickeln und dabei fachübergreifende Positionen entstehen, die alle ausstellungsrelevanten Funktionen übernehmen, was Rezeption, Wirkung und Output maximal kontrollierbar macht. Jene sind nicht nur im Ausstellungsalltag einflussreiche Tonangeber geworden, sondern werden mittlerweile auch vermehrt durch universitäre Lehre in Theorie und Praxis ausgebildet. Kuration, Kritik und Vermittlung sind hier oftmals in einem Studiengang verbunden, diskursivieren dadurch die ehedem stärker getrennten diversen Einflusssphären im Kunstkontext unter einem Dach und laufen als neue Studienmöglichkeiten dem klassischen kunsthistorischen und -theoretischen Fach immer mehr den Rang ab. Handelt es sich bei dieser Tendenz um eine Durchökonomisierung der „unabhängigen“ Lehre und die berufliche Vorbereitung auf zukünftig breit aufgestellte, anpassungsfähige Selbstpositionierung? Oder werden so eigenständige Akteure geschult, die jenseits fachspezifischer und institutioneller Grenzen mit neuen Ausstellungsformaten und -kommentaren auf heutige Anforderungen und Problemzusammenhänge im Kunstbetrieb reagieren können?
Diese Fragen werden wir mit unseren Gästen Clare Molloy und Jörn Schafaff diskutieren.

Clare Molloy machte ihren Bachelor-Abschluss in Anglistik an der University of Durham, England. Sie studiert im Masters Programme "Curatorial Studies" der Städelschule und der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Zuletzt war sie Assistenzkuratorin des Festivals FdjT/What Happens in Offenbach Stays in Offenbach. Derzeit arbeitet Clare als freie Mitarbeiterin der Abteilung für Kunstvermittlung des MMK - Museum für Moderne Kunst, Frankfurt und bereitet ihre Abschlussarbeit vor.

Dr. Jörn Schafaff hat über das Angewandte Kino bei Philippe Parreno promoviert und ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste" an der Freien Universität Berlin. Von April 2009 bis Dezember 2010 war er Teil des HGB-Teams des Masterstudiengangs „Kulturen des Kuratorischen“ an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, er ist Autor und Herausgeber wissenschaftlicher Publikationen, Textsammlungen und Essays und baut das Archiv des thailändischen Künstlers Rirkrit Tiravanija auf.

Montag, 3. November 2014 | offener Künstlerclub

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Montag, 3. November 2014
offener Künstlerclub / get together

Frank Rödel – Von einer Expedition in die Antarktis

Präsentation und Gespräch
mit Frank Rödel, Künstler des VBK

" Vom 28. November des Jahres 2010 bis in den Februar 2011 hatte ich als „Expeditionsmaler“ und Fotograf das große Glück, eingeladen zu sein, eine fast 11wöchige Expedition des deutschen Forschungseisbrechers „Polarstern“ in die Antarktis zu begleiten und zu dokumentieren. Von Kapstadt aus ging es mit 44 Besatzungsmitglieder und 53 wissenschaftliche Fahrtteilnehmer aus 10 Nationen den 0-Meridian hinunter zur Atka-Bucht, unweit der deutschen Forschungsstation „Neumeier 3“ auf dem Schelfeis, die in einer 3-tägigen Aktion zu versorgen war.

Weiter ging es durch das teils mit kompaktem Eis bedeckte Weddellmeer, wo die eisbrechende Funktion der „Polarstern“ eindrucksvoll zum Einsatz kam, durch den Antarctic Sound in das Untersuchungsgebiet der Krillforscher westlich der Antarktischen Halbinsel. Die Englische Forschungsstation Rothera wurde zur Belieferung mit Treibstoff für einen Tag angesteuert. Danach auch die kleine englische Station Port Lockroy. Durch die Gerlachstraße und später die Drake Passage war Punta Arenas in Chile unser Ziel und das Ende der Fahrt. Auf der gesamten Expedition wurden in Abständen von 30 -50 Seemeilen „Stationen“ zu teils sehr komplexen wissenschaftlichen Untersuchungen eingelegt. Ein Kursplott der Expedition füge ich im Anhang bei. Die Reise ermöglichte mir für meine Arbeit unschätzbare Einblicke in diesen entlegenen Teil der Welt und den Alltag wissenschaftlicher Arbeit. Durch meine fotografische Tätigkeit hatte ich dankenswerterweise häufiger Gelegenheit mit den Helikoptern Eiserkundungsflüge und Vorabkommandos zu begleiten und dadurch ungewöhnliche und spektakuläre Perspektiven in meinen Bildern und Fotos festhalten zu können."

www.frank-roedel.de/de/index.php?cat=vita&action=show_vita

Montag, 20. Oktober 2014 | public discourse

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Montag, 20. Oktober 2014
public discourse

Recover to Reuse
mit Robert K. Huber, Architekt
Initiative zukunftsgeräusche

Die zweite Veranstaltung der Reihe worth & value in public discourse beschäftigt sich mit der Wertproduktion zeitgenössischer künstlerischer Ansätze hinsichtlich ihres spezifischen Einsatzes und Umgangs mit Materialressourcen. Aktuell lässt sich beobachten, dass immer mehr Kunst- und Ausstellungsformate entstehen, die aus bereits vorhandenem Material Wert zu schöpfen vermögen. Schon immer spielte ökonomische Verwertung im Kunstbetrieb eine entscheidende Rolle in der Produktionskette: Nicht zuletzt die sogenannten Young British Artists, wie Damien Hirst oder auch Jeff Koons relationierten Kunst-, Objekt- und Marktwert in ihrer künstlerischen Praxis in einer Art und Weise, welche es unmöglich machte, diese Faktoren unabhängig voneinander zu betrachten. Heutzutage sind Künstler zum einen mit deren Nachfolge und zum anderen mit einer veränderten Marktwirtschaft konfrontiert. Diese scheint Ansätze und Produktionsmodelle zu evozieren, die sowohl künstlerischen, unternehmerischen als auch nachhaltigen Ansprüchen genügen müssen. Die Schaffung einer reflexiven künstlerischen Position in Bezug auf die jeweiligen marktwirtschaftlichen Entstehungsbedingungen erfordert kritische und differenzierte Entscheidungskriterien im Arbeitsprozess genauso wie ein Bewusstsein für Konsum, Herstellung und Umfeld. Dabei ergeben sich unter anderem folgende Fragen: Welche Materialien und Formate werden verwendet? Bietet Wiederverwertung wirklich eine Möglichkeit, alternative Auf- und Verwertungssysteme sowie neue Marktregeln zu gestalten? Oder birgt der vermeintlich divergierende Moment der zirkulären Neuschöpfung eine Affirmation des bestehenden wirtschaftlichen Kreislaufs und ökonomischen Prinzips in sich? Welche Wertigkeit erlangen in diesem Zusammenhang soziale und politische Qualitäten der künstlerischen Arbeit?

Diese Fragen diskutieren wir in einem moderierten Gespräch mit dem Architekten Robert K. Huber, der außerdem als Journalist und Kurator tätig ist, sowie als Gesellschafter von zukunftsgeräusche. Die Initiative hat unter anderem das Recycling-Projekt “reusecity”, das 2014 an der abc Kunstmesse vorgestellt wurde, sowie "Plattenvereinigung“, ein Forschungs- und Bildungsprojekt zur Erprobung nachhaltiger Handlungsweisen und Kulturformen, ins Leben gerufen. Letzteres wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt und wird in Kooperation mit der der TU Berlin, der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), der UdK Berlin, u.v.a. durchgeführt.

Montag, am 6. Oktober 2014 | offener Künstlerclub

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Montag, am 6. Oktober  2014
offener Künstlerclub / get together
Ein internationales Forum für Künstler_innen, Kurator_innen und Kulturschaffende

Präsentation des Künstlerprojektes
Pfandflaschen
mit
Ünal Igde  und Marie Hoffmann

Geld oder Kunst? Mit dieser Entscheidungsfrage werden die Menschen, unterschiedlichster sozialer und kultureller
Herkunft konfrontiert und dabei mit der Kamera des Künstlers begleitet. Dieser ist in seinem Film selbst Protagonist. Für Spenden fertigt er Portraits nach Wunsch an. Die Bilder lassen sich bei Bedarf wie Gutscheine gegen einen festen Geldbetrag eintauschen, der höher oder niedriger liegen kann als die Spende selbst.
Was machen die Besitzer mit diesen Portraits? Worauf basieren ihre Entscheidungen? In Interviews mit seinen Auftraggebern geht der Künstler diesen Fragen persönlich nach. Durch den Dialog soll das individuelle Wahlverhalten der Befragten beleuchtet und die wertende Seite ihrer Persönlichkeit reflektiert werden."

Montag, 15. September 2014 | public discourse

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15. September 2014
public discourse
KUNST UND POLITIK / ART AND POLITICS
worth & value in public discourse

Caring Capitalism
public discourse mit
Dr. Wolfgang Heuer,
Privatdozent für politische Philosophie, FU Berlin
Henrike Naumann, Künstlerin

Das Zusammenspiel von Corporate Social Responsibility (CSR) und Kunst lässt sich einerseits als Möglichkeit zur Ausübung sozialer und kultureller Verantwortung durch privatwirtschaftliche Akteure, andererseits als ökonomische Vereinnahmung künstlerischer Produktion und Kritik auslegen. Bedeutet eine von Unternehmen übernommene gesellschaftliche Fürsorge und kulturelle Förderung zwangsläufig eine Stärkung nicht demokratisch-legitimierter Macht? Oder können auch dort, wo staatliche Reglementierungen fehlen, kritische künstlerische Prozesse entstehen, die den eigenen wirtschaftsliberal geprägten Entstehungskontext zu reflektieren bzw. zu problematisieren vermögen? Und wenn ja: Mit welchen Konsequenzen und in welcher Form?

Chancen und Nebenwirkungen der CSR für den Bereich der bildenden Kunst diskutieren in einem moderierten Gespräch Dr. Wolfgang Heuer – Hannah-Arendt-Experte, der als Professor für politische Philosophie an der Freien Universität lehrt und derzeit zum Modell/Potential der CSR, u.a. mit einem filmischen Beitrag zur Situation in Brasilien, forscht – sowie die Berliner Künstlerin Henrike Naumann, die sich nach ihrer Diplomarbeit Triangular Stories (2012), entstanden an der HFF Potsdam im Fachbereich Szenografie, und Untitled (2013), beides begehbare Videoinstallationen zum Thema Rechtsextremismus in Deutschland, nun mit den Präsentations- und Bestehensbedingungen von Kunst im Kapitalismus auseinandersetzt.

 

Montag, 8. September 2014 | offener Künstlerclub

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Montag, 8. September 2014
offener Künstlerclub /get together

Vortrag und Diskussion mit Wolfgang Siano
"Europa als Kulturraum mit Hinblick auf die
aktuellen Standortbestimmungen und die Zukunftsvisionen"

* Wolfgang Siano lebt und arbeitet als frei arbeitender Kunsthistoriker, Theoretiker und Kritker in Berlin.
www.wolfgangsiano.de